Bau eines Koax-Lautsprechers"ZABOX"
Einleitung
Obwohl ich hauptsächlich mit
gekauften HiFi Gerätschaften höre, gehört der Selbstbau von Audiokomponenten
doch immer noch zu meinen Hobbys. Als ich vor einiger Zeit den Nachbau eines
Klang & Ton Bauvorschlags aus Feb. 2016 bei einem guten Freund hörte,
war es sofort klar, daß ich diesen Lautsprecher auch mal ausprobieren
wollte.
Zumal der Koaxialtreiber IMG Stageline-SP 310 CX tatsächlich recht preiswert
bei Monacor im Angebot zu bekommen war.
Es handelt sich dabei um einen reinrassigen PA-Lautsprecher für Bühnenmonitore,
allerdings mit absolut heimtauglichen Parametern und gleichzeitig hohem Wirkungsgrad.
Damit war die Möglichkeit gegeben, einen preiswerten,und trotzdem sehr
gut klingenden Wohnraumlautsprecher zu bauen.
Ich habe mich beim Bau des Gehäuses
für ein leicht größeres Volumen als beim Original Bauvorschlag
entschieden, auch die Anordnung der Bassreflexkanäle sagte mir nicht zu.
Statt der beiden kleinen Kanäle auf der Front wurde ein einziges 100mm
Rohr genau konzentrisch auf der Rückwand angebracht, um auch Taumelbewegungen
des Basstreibers zu vermeiden.
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Rohgehäuse
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Bautenschutzmatten
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Furnieren nach Heimwerkerart |
Fertig furniert
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Das Gehäuse besteht aus 19mm
MDF Platten, die Frontplatte wurde aufgedoppelt und ist 38mm stark.
Die 8 Befestigungsschrauben M6 werden alle mit Einschlagmuttern festgeschraubt,
um eine möglichst stabile Verbindung des Lautsprechers zum Gehäuse
zu haben.
Zusätzlich wurden alle Gehäusewände innen mit 8mm dicker Bautenschutzmatte
beklebt, ebenso das Bassrefelexrohr.
Als Furnier wählte ich ein SaRaiFo-Furnier von Designholz.com.
Dieses Furnier ist wirklich hochwertig - es ist auch bis zu 64 cm breit, so
dass Anstückeln oder Vernähen entfällt.
Dabei ist es preislich sehr attraktiv.
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Box von hinten
mit Öffnung für Bassreflexrohr und Terminal
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Probebeizung
Kirsche
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Dämmung
zusätzlich mit Noppenschaum und Polyesterwatte
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Frequenzweiche
platinenlos aufgebaut. Alles mit 1,5mm²
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Bei der Frequenzweiche habe ich keine
Kompromisse gescheut, ich bin kein Fan der überteuerten Mundorf Produkte.
Die Bauteile wurden nach meinen eigenen Erfahrungen ausgesucht. So habe ich
z.B. beste Erfahrungen mit Panasonic Folienkondensatoren im Hochtonbereich gemacht,
ergo ist hier auch ein solcher verbaut.
Allerdings mit einer geringeren Kapazität (2,2µF anstatt 2,7µF)
als im Bauvorschlag,
mit dem höheren Wert klang es im Übergangsbereich von 1,2 KHz doch
zu streng.
Für die dicke Spule im Bassbereich habe ich auf eine Ferritspule zurückgegriffen,
weil sie einen geringeren Widerstand als eine gleichwertige Luftspule besitzt.
Außerdem tritt die Sättigung erst bei über 6A Strom ein, das
wäre bei diesem Lautsprecher ungefähr 290 Watt Leistungsaufnahme,
entsprechend ca.116 dB Lautstärke. Da gibt jedes Ohr zuerst auf...![]()
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Ohne Blende
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Schallplattenmassaker
an der Fräse
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Schaut besser
aus...
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Weil die Schrauben in der Front des
Lautsprechers nicht gerade ein optisches Highlight sind,
habe ich aus alten Schallplatten eine Blende gefräst, die anschließend
mit 4 starken Magneten an den Schrauben befestigt wird.
Erst wollte ich eine Kunststoffplatte dafür kaufen, aber eine Schallplatte
erschien mir passender.
Aber keine Angst, die Musik auf diesen Schallplatten ist genauso wie 116 dB
Schalldruck - unzumutbar.
Jetzt fehlten eigentlich nur noch
passende Ständer, denn als Regalbox taugt die ZABOX überhaupt nicht.
Weil ich aber nicht noch mal mörderisch viel dafür ausgeben wollte,
(man erinnert sich, die ganze Sache sollte recht preiswert werden) beschloss
ich, diese Ständer aus schwarzem MDF zu fertigen.
Dabei wurden die herausgefrästen Innenteile der Seitenbretter für
die Querstabilisierung der ganzen Ständer benutzt.
Nach dem Verkleben sind diese Ständer dann auch extrem stabil und belastbar.
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Gefräste
Seitenteile, alle identisch
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Mit 4 Querverstrebungen
verleimt
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Und wie klingt denn nun die ZABOX?
Zuerst einmal fällt der absolut
staubtrockene und extrem dynamische Bass auf, der auch ganz locker bis in die
Region von 40 Hz herunterreicht. Er kann auch über den Abstand zur Rückwand
recht gut an den Raum angepasst werden, es sollten aber schon 50-70 cm Abstand
zur Wand sein. Der Mittelhochtonbereich ist brilliant, ausgewogen und gibt Stimmen
sehr natürlich und in der richtigen Größe wieder.
Als Koaxiallautsprecher dafür prädestiniert, bekommt man auch noch
eine wirklich gute Räumlichkeit geliefert, die sich mit Einwinkeln und
Hörabständen gut fein einstellen läßt.
Zusammenfassend läßt sich sagen, daß man für den Invest
von ca. 500€ plus X einen Lautsprecher erhält, der den Vergleich mit
mehrfach teureren Vergleichsprodukten nicht zu scheuen braucht. Etliche Bekannte
waren ebenfalls von diesem Lautsrecher sehr angetan, manche haben bereits mit
dem Nachbau begonnen...
Und so sieht sie fertig mit Namensschild aus
Einige wichtige Links: